Archive für Beiträge mit Schlagwort: Paradoxie

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„Can performance studies create actionable knowledge if we can’t measure the performance of the firm?“ M. W. Meyer
It depends on the measurement.

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Die Beschäftigung mit Denkfehlern und Irrtümern ist so alt wie die Menschheit, und sie feiert immer wieder fröhliche Urständ‘, derzeit zum Beispiel im Rahmen der »behavioral economics«-Bewegung (»Verhaltensökonomie«).

Dass Menschen sich »irrational« verhalten, ist eigentlich nicht weiter erstaunlich: nicht erst die alten Römer (Cicero, Seneca, etc.) wussten, dass irren menschlich ist (»errare humanum est«).

Erstaunlich ist jedoch, falls und dass dies erstaunt. Verschiedene Irrtümer nachzuvollziehen und zu kategorisieren (je nach Herkunftsland des Beobachters mit griechischen, lateinischen, deutschen Begriffen oder Anglizismen, z.B. »confirmation bias«, »swimmer’s body illusion«, »survivorship bias« etc.) liefert ebendies: neue Schläuche für alten Wein. Das grundlegende Problem wird dabei aber nicht gelöst, geschweige denn auch nur berührt.

Die nachhaltige Lösung unseres Grundproblem ist tatsächlich eine der schwierigsten denkbaren Aufgabenstellungen: Bei der Behandlung von Wissensqualität (als Gegensatz zum fehlerhaften Wissen bzw. Denken) besteht sie vor allem darin, dass die hierzu verwendeten Instrumente wiederum zwangsläufig aus Wissen bestehen: Wissen wird durch Wissen beschrieben. Der Erkenntnisfortschritt über das Wissen selbst hielt sich seit jeher in engen Grenzen: Neben der Wucherung von Kategorien kommt es zu Zirkeldefinitionen (sogenannte »circuli vitiosi« oder »Teufelskreise«), was bereits Platon im »Theaitet« diskutierte, und nicht zuletzt auch zu Paradoxien.

In Anlehnung an Wittgenstein kann man sich der Problematik jedoch von zwei Seiten nähern: um dem Wissen eine Grenze zu ziehen, müsste man eigentlich beide Seiten dieser Grenze kennen – man müsste also wissen, was man nicht wissen kann. Meine Sicht beleuchtet deshalb vor allem diese Seite der Grenze aus einer pragmatischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Desinformationsaspekte unter Konzentration auf die Mutter aller Denkfehler: das Phänomen der passiven (bzw. qualitativen) Desinformation.