Was vor wenigen Jahren noch reine Science Fiction war, ist durch den exponentiellen Fortschritt der Digitalisierung inzwischen Alltag.
Die Erfolge künstlicher Intelligenz wirken fast wie Magie, welche menschliches Lernen zunehmend entzaubern. Dabei ist die Gestaltung sehr leistungsfähiger neuronaler Netze sehr viel einfacher, als man annehmen würde (für einen schnellen Einstieg in die Grundlagen siehe hier).

Die Weiterentwicklung »echter« KI ist mit massiven wirtschaftlichen Anreizen und enormen Erfolgserlebnissen für die Akteure verbunden. Sie lässt sich nicht verhindern. Wer sich hier selbst beschränkt, muss damit rechnen, vom neuen Wettbewerb bis zur Bedeutungslosigkeit dominiert zu werden.

Vor diesem Hintergrund ließ auch die Gründung der ersten KI-Kirche nicht lange auf sich warten:
Anthony Levandowskis offiziell anerkannte wayofthefuture.church dient der Erschaffung und Anbetung eines KI-Gottes.
Das altehrwürdige Kodaiji-Kloster in Kyoto erschuf mit Mindar (mind-augmented-religion) eine künstliche Inkarnation der beliebtesten buddhistischen Gottheit Kannon (als dessen menschliche Inkarnation der Dalai Lama gilt; japanische Kryptochristen verehren Kannon übrigens auch als heilige Jungfrau Maria).
Die digitale Disruption hat also inzwischen auch den allzumenschlichen Bereich der Glaubensgemeinschaften erreicht. Levandowski begründet die unvermeidbare Gottwerdung der Maschine vor allem aus ökonomischer Perspektive: »there’s an economic advantage to having machines work for you and solve problems for you. If you could make something one percent smarter than a human, your artificial attorney or accountant would be better than all the attorneys or accountants out there. You would be [… very rich]. People are chasing that

Was heißt das für die Organisation der Organisation? Auch die marktübliche operative Steuerung ist im Vergleich zur Finanzsteuerung aufgrund der extremen Komplexitätsherausforderungen in vielen Fällen mehr Kunst als Wissenschaft (und manchmal lässt sich sogar ihre Verwandtschaft mit Glaubensgemeinschaften kaum leugnen).
Dabei ist »Enterprise Resource Planning« ein globaler Milliardenmarkt, dessen Umsetzungsschwächen umso offensichtlicher werden, je komplexer das Handlungsfeld wird (und Komplexitätsreduktion durch schlechte Trivialisierung hat leider die unangenehme Nebenwirkung organisationaler Intelligenzeinbußen).
Die wesentlichen Beeinträchtigungen der Organisationssteuerung beruhen auf Desinformation, im einfachsten Fall bereits dadurch, dass sowohl Planungsprozesse und Entscheidungen als auch Organisationsverhaltensmessungen voneinander entkoppelt sind.

Das primär zu lösende Grundproblem besteht also in der geeigneten Integration der organisationalen Informationssysteme: »wenn die Basis stark ist, lassen sich die Enden leicht beherrschen« (Musashi).
Auch gut gemeinte Steuerungssysteme mit dieser Zielsetzung wie etwa die »Balanced Scorecard« scheitern in der Praxis nachhaltig an unzureichender Integration, schlechter Verhaltensmessung mit viel Hermeneutik und (Mikro)Politik. Häufig werden sie einfach auf den Leistungsumfang einer eher traditionellen Finanzsteuerung reduziert. Der erste missing link zur Lösung des Grundproblems ist also eine konsistente, weitgehend verlustfreie vertikale Integration der Steuerungsinformationen.

»BubbleCalc« leistet einen wirksamen Beitrag zum Schließen dieser Lücke: der einfache Algorithmus ermöglicht die organisationsübergreifende Integration heterogener Expertensysteme mit der Erweiterung zur Prozessintegrationslösung »BubbleCalcHub«.
Mit Ergänzung weiterer steuerungsrelevanter Informationen lässt sich die »organisationale Intelligenz« wirksam erhöhen, sofern es die Organisation denn zulässt (und nicht schon viel bescheidenere Verbesserungsversuche am systemrationalen Veränderungswiderstand scheitern lässt. Die Fallstudien zur Wucherung von Prozesskulturen und misslungenen Anpassung an neue, disruptive Wettbewerber sind so vielfältig, dass dieses Thema aus Organisationsforschungsperspektive fast schon uninteressant geworden ist).
Selbst die besten technischen Problemlösungen beißen sich sehr häufig an der Systemrationalität tiefverankerter Legacy-Kulturen die Zähne aus: technische Verbesserung ist fast trivial im Vergleich zu ihrer nachhaltigen Einführung im Unternehmen.

Letztlich ist gesunder Menschenverstand in Kombination mit einer konsensfähigen Legitimation zum Bruch mit der Systemrationalität der ultimative missing link für grundlegende, auch empirisch wirksame Verbesserungsmaßnahmen.
Nicht zuletzt scheint eine grundlegende Verbesserung des Menschenverstandes auch aus gesellschaftlicher Perspektive bitter nötig: die aktuell bereits verfügbaren totalitären Überwachungsmöglichkeiten übertreffen bei weitem alles, was sich Orwell in seinen schlimmsten Albträumen ausmalen konnte. Die in den letzten Jahrhunderten sehr erfolgreichen Steuerungsprinzipien skalieren nicht mehr weiter.

Aus Naivität und wissensromantischer Dummheit entsteht mehr Böses als aus Bosheit. Die im Rahmen unserer kulturellen Evolution schwer erarbeiteten demokratischen Errungenschaften sind im Zweifel nur noch eine schlechte Wahl von ihrem dauerhaften Ende entfernt (unabhängig davon, welche Seite sich durchsetzt: auch die aus dem 19. Jahrhundert stammende, simple Unterscheidung zwischen »links« und »rechts« spielt in diesem Kontext keine Rolle mehr).

Anstelle neuer Maschinenstürmereien, die im globalen Maßstab sowieso nicht funktionieren, sollte das viel grundlegendere Problem gelöst werden.

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