Archive für Beiträge mit Schlagwort: Denkfehler

stupid_things

Perfekte Organisationen sind eine seltene Ausnahmeerscheinung, Probleme sind die Regel. Nicht alle lassen sich lösen, häufig erzeugen Lösungen neue Probleme.

Die Wirksamkeit einer Problembehandlung lässt sich als Effizienz (die Dinge richtig tun) und Effektivität (die richtigen Dinge tun) interpretieren:

richtig_falsch

Es ist eine leicht nachvollziehbare Binsenweisheit, dass es besser ist, das Richtige richtig zu machen, als sich mit Falschem aufzuhalten. „Richtig“ ist sicher richtiger als „Falsch“. Nun muss aber das, was für richtig gehalten wird, nicht auch tatsächlich richtig sein:

richtige_falsche_hypothese

Von einem „Fehler der 2. Art“ spricht man, wenn falsche Hypothesen nicht abgelehnt, ein „Fehler 1. Art“ liegt vor, wenn richtige Hypothesen abgelehnt werden.

Allerdings gibt es auch Hypothesen, die überhaupt nicht als Hypothesen betrachtet werden (können). Die Qualitative Desinformation ist der grundlegendste Fehler „der 0. Art“. Ihre Einführung ermöglicht ein echtes „zero based quality management“.

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Die Beschäftigung mit Denkfehlern und Irrtümern ist so alt wie die Menschheit, und sie feiert immer wieder fröhliche Urständ‘, derzeit zum Beispiel im Rahmen der »behavioral economics«-Bewegung (»Verhaltensökonomie«).

Dass Menschen sich »irrational« verhalten, ist eigentlich nicht weiter erstaunlich: nicht erst die alten Römer (Cicero, Seneca, etc.) wussten, dass irren menschlich ist (»errare humanum est«).

Erstaunlich ist jedoch, falls und dass dies erstaunt. Verschiedene Irrtümer nachzuvollziehen und zu kategorisieren (je nach Herkunftsland des Beobachters mit griechischen, lateinischen, deutschen Begriffen oder Anglizismen, z.B. »confirmation bias«, »swimmer’s body illusion«, »survivorship bias« etc.) liefert ebendies: neue Schläuche für alten Wein. Das grundlegende Problem wird dabei aber nicht gelöst, geschweige denn auch nur berührt.

Die nachhaltige Lösung unseres Grundproblem ist tatsächlich eine der schwierigsten denkbaren Aufgabenstellungen: Bei der Behandlung von Wissensqualität (als Gegensatz zum fehlerhaften Wissen bzw. Denken) besteht sie vor allem darin, dass die hierzu verwendeten Instrumente wiederum zwangsläufig aus Wissen bestehen: Wissen wird durch Wissen beschrieben. Der Erkenntnisfortschritt über das Wissen selbst hielt sich seit jeher in engen Grenzen: Neben der Wucherung von Kategorien kommt es zu Zirkeldefinitionen (sogenannte »circuli vitiosi« oder »Teufelskreise«), was bereits Platon im »Theaitet« diskutierte, und nicht zuletzt auch zu Paradoxien.

In Anlehnung an Wittgenstein kann man sich der Problematik jedoch von zwei Seiten nähern: um dem Wissen eine Grenze zu ziehen, müsste man eigentlich beide Seiten dieser Grenze kennen – man müsste also wissen, was man nicht wissen kann. Meine Sicht beleuchtet deshalb vor allem diese Seite der Grenze aus einer pragmatischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Desinformationsaspekte unter Konzentration auf die Mutter aller Denkfehler: das Phänomen der passiven (bzw. qualitativen) Desinformation.